Maurerhammer – robust und jederzeit einsatzbereit

Bei dem Maurerhammer handelt es sich um einen speziellen Hammer, der, wie der Name es bereits vermuten lässt, hauptsächlich von Maurern verwendet wird. Das Besondere an diesem Hammer ist, dass er über zwei unterschiedlich geformte Seiten am Kopf verfügt.

Hammer ist nicht gleich Hammer!

Bei dem Hammer handelt es sich um eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit. Auch wenn nahezu jeder bereits einmal in seinem Leben einen Hammer benutzt hat, so kennen viele Menschen die feinen Unterschiede der einzelnen Hammerarten nicht. Denn Hammer ist nicht gleich Hammer, sondern es gibt für spezielle Aufgaben jeweils eine eigene Sorte, die genau auf die Problemstellung angepasst ist – ähnlich wie bei Sägen, wo es spezielle Arten gibt wie die Handkreissäge und die Stichsäge.

Die Geschichte der Hämmer

Der Hammer der zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit gehört, wurde in seiner Urform einer kräftigen Hand nachempfunden, die einen Stein trägt. Menschenähnliche Affenarten haben bereits zu Urzeiten Steine in die Hand genommen um sie als Schlaginstrument zu nutzen. Beispielsweise, um harte Schalen von Früchten zu knacken. Später wurde dazu übergegangen, die Steine so auszuwählen, dass sie für bestimmte Aufgaben nützlich waren und sie wurden über Generationen weitergegeben. Es dauerte nicht lange, bis das die Menschheit damit begann, Steine gezielt zu bearbeiten und sie in eine Wunschform zu bringen. Schließlich wurd der Hammer als eigenständiges Werkzeug hergestellt und etablierte sich.

Nach heutiger Definition entstanden die ersten Hämmer in der Frühsteinzeit ca. 10.000 Jahre vor Christus. Dabei handelte es sich um einfache Steinbeile, bei denen ein sorgfältig ausgewählter Stein an einem stabilen Stock befestigt wurde. Erst in der Bronzezeit rund 2.000 Jahre vor Christus gingen die Menschen dazu über, Hämmer aus Metall herzustellen. Es war bereits zu dieser Zeit, als sich bereits die ersten Spezialausfertigungen von Hämmern bildeten. So wurde in der Bronzezeit bereits zwischen Schmiedehämmern, Werkzeughämmern und Kriegshämmern unterschieden. Zu dieser Zeit kristallisierten sich auch die aktuellen Spezialhämmer wie der Zimmermannshammer und der Geologenhammer heraus.

Was ist ein Maurerhammer?

Der Maurerhammer ist mit einem Kopf ausgestattet, der auf der einen Seite über eine flache Kante verfügt. Das Gegenstück bildet eine quadratische Schlagfläche. Der Hammerstiel ist in der Regel 30 cm lang und entweder aus Holz oder Stahl gefertigt. Ein Maurerhammer kann ein Gewicht von 500 Gramm bis zu 1,5 kg aufweisen.

In erster Linie kommt der Maurerhammer bei der Bearbeitung von Stein, wie bspw. Ziegeln oder Natursteinen zum Einsatz. Diese werden mit dem Hammer in die passende Form geklopft oder gespalten. Durch die unterschiedlichen Seiten des Hammerkopfes ist es möglich, verschiedene Arbeitsschritte mit dem Werkzeug vorzunehmen:

  • mit der typischen scharfen Kante kann Stein zerkleinert und in die passende Form gebracht werden
  • mit der flachen Seite können Nägel eingeschlagen werden

Die verschiedenen Formen des Maurerhammers

In Deutschland wird zwischen zwei verschiedenen Varianten des Maurerhammers unterschieden:

  • Die rheinische Form
  • Die Berliner Form

Bei der Berliner Form ist der hintere Teil des Kopfes flacher und breiter als bei der rheinischen Variante. Zudem verfügt der Berliner Maurerhammer zusätzlich über einen Nagelheber an der Seite.

Weitere Formen sind die Amerikanische und die Holländische. Diese sind allerdings in Deutschland seltener anzutreffen.

Die Anwendungsbereiche

Der Maurerhammer kommt bei den Profis ebenso zum Einsatz wie bei den Heimwerkern. Er wird eingesetzt, um Ziegel, Steine und Leichtbaublöcke zu bearbeiten. Beispielsweise ist es möglich, mit dem Hammer Fenster- und Türöffnungen zu erstellen bzw. zu erweitern/bearbeiten. Bei einer entsprechenden Übung ist es möglich, mit einem Maurerhammer exakt zu arbeiten. Um eine Öffnung zu erstellen, wird die waagerechte, abgeflachte Seite des Hammers dafuer genutzt um eine Sollbruchstelle zu erstellen und dann mit der anderen flachen Seite den des Hammers den Stein zu teilen. Aber nicht nur zum Trennen von Stein wird der Maurerhammer genutzt, sondern es kann auch Putz und Mörtel bei der Sanierung von Gebäuden damit entfernt werden.

Die Qualitätsunterschiede

Ein qualitativ hochwertiger Maurerhammer kann an der Qualität des Werkzeugstahls erkannt werden. Denn dieser sorgt dafuer, dass die scharfe Kante des Hammers nicht so schnell abstumpft. Auch der Griff ist bei den hochwertigeren Werkzeugen zumeist ergonomisch geformt, um ein möglichst langes und ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Für den perfekten Halt und die Handlichkeit sorgt zugleich ein gummierter Griff.

Ein Maurerhammer kann im Baumarkt bereits für einen Preis von weniger als 10 Euro erworben werden. Im Fachhandel kann ein solcher Hammer schon einmal mit bis zu 60 Euro zu Buche schlagen.

Den Maurerhammer nicht mit dem Latthammer verwechseln

Der Latthammer, der vielen besser bekannt ist als Zimmermannshammer bzw. Zimmererhammer ist ein Werkzeug, dass im Holzbau zum Einsatz kommt. Auf der einen Seite besitzt er, wie der Maurerhammer auch, die typische Grundform des Hammers. Doch auf der anderen Seite des Hammerkopfes ist er nicht mit einer glatten, scharfen Kante versehen, sondern verfügt über eine Klaue. Diese dient dazu, um komfortabel und einfach Nägel herauszuziehen. In Europa hat sich eine Spezialausfertigung etabliert, bei der eine der beiden Klauenzähne länger ist, als die andere und als Spitze dient. Diese kann problemlos in das Holz eingeschlagen werden, um sich darin zu verankern und so schwere Sparren und Pfetten zu bewegen.

Worauf beim Kauf eines Maurerhammers achten?

Beim Kauf sollte stets darauf geachtet werden, dass der Hammer das Tüv und GS Zeichen trägt. Denn der Schwachpunkt dieser Hämmer ist zumeist beim Übergang von Stahlrohrstiel und Kopf zu finden. Die Hämmer brechen an dieser Stelle und insbesondere wenn eine billige Qualität ohne Tüv und GS-Zeichen gekauft wird, sehr schnell ab. Beim Kauf sollte man dem Stahlrohrstiel gegenüber dem Holzstiel den Vorzug geben, denn Letztere werden mit der Zeit locker und brüchig.

Mittlerweile werden auch Maurerhämmer angeboten, die mit Glasfiberstielen versehen sind. Diese sind überaus empfehlenswert, wobei auch sie die beiden wichtigen Siegel Tüv und GS-Zeichen tragen sollten. Ohne diese erhält man einen Maurer Hammer, dessen Kopf nur schwach mit dem Stil verbunden ist und sich somit mit der Zeit ablösen kann. Ein guter Hammer ist nicht nur gut verpresst, sondern auch fest verklebt. Doch das ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Allerdings hat der Holzstiel gegenüber den beiden anderen Stielvarianten einen Vorteil: Einen abgebrochenen Stiel kann man ersetzen.

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